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Joachim Brohm - Presse Kunstmarkt Frankfurter Allgemeine Zeitung, 03.04.2004, Nr. 80, S. 47
Bärendienst für den Flohmarkt
Was bedeutet es also, wenn einer feinen kleinen Dreierauflage plötzlich elf Bilder folgen, die so gut wie gleich aussehen? Für den Eigentümer von 1/3 bedeutet es, daß er nun wider Erwarten eine von vierzehn Ausfertigungen besitzt; für den Markt bedeutet es, daß wohl sein kann, was nicht sein dürfte. Das aber führt zu Verunsicherung und Verwirrung. Auch die Werkidentität als "Portfolio" scheint bei den "Areal"-Mappen nicht garantiert. Denn es fehlen ihnen wesentliche Merkmale dessen, woran der Kunstmarkt üblicherweise ein Portfolio erkennt. Dazu gehört unter anderem, daß die einzelnen Abzüge betitelt, numeriert und als Teil eines Portfolios gekennzeichnet sind und daß dieses ein rückversicherndes Inhaltsverzeichnis enthält. Den "Areal"-Mappen jedoch fehlen etliche dieser Kennzeichnungen, ihre Vollständigkeit ist nicht überprüfbar. Wer weiß denn später noch, daß eine mit nichts als "1/3" beschriftete Aufnahme zu einem Mappenwerk gehört? Und rein theoretisch könnte auch der Eindruck entstehen, sie gehöre zu einer weiteren, von den Mappen unabhängig edierten Auflage.Der in all diesen Details hochsensible Markt für zeitgenössische Fotografie sah sich in seiner Hoffnung auf ein Urteil, das Herstellung und Vertrieb der Nachauflage nicht billigen würde, enttäuscht. Der statt dessen zwischen Brohm und Röschinger geschlossene Vergleich enthält laut Presseerklärung von Brohms Kölner Galerie unter anderem die Absichtserklärung des Künstlers, die Mappen nachträglich "einheitlich zu bezeichnen und zu signieren". Offen bleibt für den Leser, ob die Form dieser Bezeichnung eine ausreichende Unterscheidung beider Auflagen gewährleistet. Auch wollen beide Seiten die Konvolute "in Form und Inhalt authentisch erhalten" - allerdings gilt der Vergleich nur inter partes, das heißt, zukünftige Eigentümer bindet er nicht. Wenn Brohms Kölner Galeristen dieses Ergebnis nun wie einen Sieg feiern, wirkt das wie ein "Hurra!" beim Eigentor. Denn den lebenswichtigen Ruf der Seriosität schaffen sich Handel und Künstler nur durch striktestes Bemühen um glasklare Regeln und deren Einhaltung vom ersten Abzug an. BRITA SACHS PressetextAreal der ZeitJoachim Brohm 13.November – Ende Dezember Öffnungszeiten: Di – Sa 12 – 18 Uhr
Als Joachim Brohm im Februar 1992 seine erste Ausstellung in der Galerie Kampl zeigte, konnten wir das Interesse des Münchner Kunstsammlers Helmut Röschinger gewinnen und Brohms Arbeit in die Sammlung integrieren. Dr. Röschingers Bauträgergesellschaft Argenta war damals dabei, ein Industriegelände im Münchner Norden, das Raab-Karcher Gelände, zu erschließen, auf dem die „Parkstadt Schwabing“ entstehen sollte. Mathias Kampl hatte die Idee, daß Joachim Brohm diesen Prozeß über die Jahre auf seine Art begleiten und so eine Langzeitstudie urbaner Entwicklungen schaffen könnte, die Dokumentation und künstlerisches Statement ist. Brohm entwickelte ein Konzept und Sammler Röschinger, dem die Idee gefiel, erklärte sich bereit das Sponsoring zu übernehmen. Als Gegenleistung verpflichtete sich der Künstler, jährlich eine Mappe mit einer Auswahl von Ergebnissen der Arbeit zu produzieren, die in Auflage 3 (Künstler, Sponsor, Galerie) existieren sollte. Diese Fotografien wurden immer wieder als eine Art Zwischenbericht in der Galerie Kampl gezeigt, zu Open Art 1998 zusammen mit dem Architekturmodell des Geländes. Zehn Jahre sind es geworden, 2002 wurde das Projekt abgeschlossen, es erschien ein Fotoband im Steidl- Verlag, der die Museumstournee begleitet, die im Fotomuseum Winterthur startete, vom Westfälischen Kunstverein Münster am 9. Dezember ins Fotomuseum im Stadtmuseum München kommt.
Was
wir begleitend zeigen, ist das Kontingent an Arbeiten aus dem
Projekt, das nun als Ergebnis langjähriger Unterstützung,
Diskussionen und Zusammenarbeit von Künstler, Sponsor und
Galerie Teil der Sammlung Röschinger ist. Zur Eröffnung ab
Donnerstag 13.11.2003 von 18 – 21 Uhr laden wir Sie herzlich ein.
Buttermelcherstrasse 15 ∙ D-80469 München ∙ Telefon +49 89 21 93 82 00 ∙ Fax +49 89 21 93 82 01 Email Diese E-Mail Adresse ist gegen Spam Bots geschützt, Sie müssen Javascript aktivieren, damit Sie es sehen könnenGalerie Matthias KamplDer Fotograf Joachim Brohm arbeitet an einem Projekt - über einen zehnjährigen |
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