Toni Wirthmüller - Presse






Galerie Mathias Kampl
 
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Presseinformation


Toni Wirthmüller

Lost Corpus – Flesh Factor
20. Oktober – 6. Dezember 1998
Toni Wirthmüller, 1960 in München geboren, lebt seit 1982 in Berlin, studierte an der Hochschule der
Künste, wo er seit 1993 als Lehrbeauftragter für Malerei arbeitet.


Die Bilderflut der Medien, das daraus resultierende Verwirrspiel zwischen Fiktion und Realität, tradierten
bildungsbürgerlichen Werten und sogenannten Zeitgeistklischees, Zappermentalität und ihre Folgen sind
die Themen Wirthmüllers. Analog dazu die Wahl seiner Techniken: er mischt Zeichnung und Malerei mit
Siebdruck, Offsetlitho, Fotos und Fotokopie, er collagiert, klebt, schichtet und näht.

Im Katalog „Macht der Verführung“ der Wewerka Galerie Berlin schreibt Klara Wallner über Wirthmüllers
Arbeit: „Sie kommt nur oberflächlich gesehen verführerisch bunt daher. Hinter der Fassade des Bunten
tun sich erzählerische Bildwelten auf, die uns das Bilduniversum der medien als Eigenschaft einer Primär-
realität vor Augen führen. Wirthmüllers Arbeit bewirkt eine Transformation des fotografischen Quellenma-
terials. Die gefundenen Fotos werden im Siebdruckverfahren auf die zuvor bemalte Leinwand gedruckt,
wodurch eine psychedelische, fast wie gezappte Inszenierung entsteht, die der Frage nach Realität und
Authentizität, im Hinblick auf deren Verwischung durch fortschreitende Digitalisierung, nachgeht.“


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GALERIE MATHIAS KAMPL
AUSSTELLUNG
Wert Bestände
Toni Wirthmüller
Malerei und Fotografie
23.Okt. – 27.Nov. 2001
Sehnsucht nach Beständigkeit und ihrer Abhängigkeit von unseren Gewohnheiten durch Suggestion von Wirtschaft und Werbung durch die Medien und die Frage ob wir fähig oder willens sind, diese Veränderungen als solche wahrzunehmen. Passen wir unsere „Werte“ unseren Bedürfnissen an und inwieweit sind diese Bedürfnisse von uns selbst gesteuert, inwieweit sind sie suggeriert?
Die Fotografien bestehen aus zwei, collagenhaft aneinandergehefteten Teilen. Verschwommen aufgenommene Architektur, Einkaufszentren, Banken, Versicherungspaläste und Verwaltungsgebäude
stoßen an Symbole vermeintlicher Privatheit, ebenso nur ungefähr zu erkennende Körperteile und Alltagsgegenstände.
Auch die Malerei ist konzeptionell, Wirthmüller arbeitet stets mit mehreren Schichten, inhaltlich wie formal, er erzeugt Widersprüche und somit auch Fragestellungen. So liegt über seriell angelegten
androgynen Gesichtern – die wirken wie ein Alptraum aus dem Genlabor – eine altmodisch verspielte Handschrift, die Tagebucheinträge vermuten läßt, ein wenig Poesie vielleicht oder sogar ein bißchen
herzerwärmender Kitsch ?
Das Lesen ernüchtert: Es sind Börsenkurse!