Herbert List

Fotografie / Zeichnungen / Aquarelle

28. Oktober - 26. November 2016

in Kooperation mit Herbert List Estate und Roger Fritz

 

Herbert List

 

geb. 1903 in Hamburg gest. 1975 in München

 

gilt als moderner Klassiker und wurde vor allem für seine surreal anmutenden Schwarzweiß Fotografien bekannt.

 

 

 

Die Galerie Kampl zeigt neben einer Auswahl bedeutender Künstlerporträts von Picasso, Magritte, Calder, Braque, u.a. erstmals in München rund 30 Zeichnungen und Aquarelle von Herbert List aus den Jahren 1940 bis 1946 aus dem Besitz des ehemaligen Assistenten Roger Fritz.

 

 

 

Gestrandet nach Kriegsbeginn in Griechenland und angeregt durch den Kontakt mit zwei bekannten griechischen Künstlern, Ghika und Tsarouchis, wandte sich List dem Medium der Zeichnung zu. Gleichberechtigt tritt diese für ihn in den nächsten Jahren neben die Fotografie. Eine zentrale Rolle spielen Erinnerungen an die Kunstszene von Paris, wo auch Ghika und Tsarouchis studiert hatten, an die französische Moderne eines Picasso und Matisse, aber auch an Künstler des Surrealismus.

 

 

Bis März 1941 entstand in Griechenland ein erstes Konvolut von Zeichnungen, das so in Nazi-Deutschland kaum vorstellbar gewesen wäre. List umschreibt eine humane Gegenwelt zum herrschenden Nazi-Terror und Töten. Trauer und Melancholie, Zuneigung, Intimität und Anhänglichkeit sind seine Reaktionen auf die Zerstörungen. Der Kriegswelt wird ein intaktes Universum der Frauen gegenübergestellt. Dieses erscheint streng getrennt von der Welt der jungen Männer. Für beide Bereiche gilt eine besondere gleichgeschlechtliche Zuneigung. Die Frauen bewegen sich ganz ungezwungen untereinander. List zeigt sich in den Zeichnungen als genauer Schilderer intimer Welten, psychologischer Tiefen und erotischer Spannungen. Es handelt sich weniger um eigene Träume und Wunschvorstellungen, als vielmehr um durch seinen psychologischen Blick gefilterte Wahrnehmungen.